So wird die Besichtigung ein voller Erfolg

So wird die Besichtigung ein voller Erfolg

Der erste Eindruck zählt. Das gilt auch bei der Besichtigung einer Immobilie. Sobald sich ein Interessent für einen Besichtigungstermin entscheidet, stimmen für ihn in der Regel die Eckdaten der Immobilie, wie Größe, Lage und Preis. Bei der Besichtigung geht es nun darum ihn auch emotional von seinem neuen Zuhause zu überzeugen und positive Eindrücke zu verstärken. 

Egal ob du privat oder als Makler eine Immobilie verkaufen möchtest, gibt es einige Punkte zu beachten, damit die Besichtigung ein voller Erfolg wird. 

 

1. Immobilie vorbereiten

Studien belegen, dass beim Kauf einer Immobilie gerade einmal 60% von messbaren Faktoren, wie Preis, Größe und Ausstattung abhängen. Ganze 40% werden von Emotionen und unterbewussten Wünschen gesteuert. Damit die Interessenten sich also während der Besichtigung wohl fühlen, sollte die Immobilie entsprechend vorbereitet werden. Dafür ist ein gepflegter und sauberer Zustand sowohl im Haus als auch im Außenbereich eine wichtige Grundlage.

Wenn du deine Immobilie privat verkaufen möchtest, solltest du auf die folgenden Punkte besonders großen Wert legen. Als Makler solltest du den Verkäufer entsprechend instruieren und unbedingt vor dem geplanten Besichtigungstermin einen kurzen Kontrollrundgang durch das Haus machen.

 

Innenbereich

Grundsätzlich sollt die Immobilie aufgeräumt, sauber und gut gelüftet sein. Das gilt auch für den Keller, und den Dachboden!
Folgende Tipps solltest du außerdem beachten:

  • Die Fenster sollten frisch geputzt sein.
  • Sorg dafür, dass die Rollläden hochgezogen und die Vorhänge offen sind. Mach außerdem einige Lampen an. Denn ein helles, lichtdurchflutetes Zuhause steht bei den meisten Menschen ganz oben auf der Wunschliste!
  • Wische Staub und sauge die Böden.
  • Putz die Bäder und das WC, so dass keine Kalkablagerungen vorhanden sind.
  • Räume Gebrauchsgegenstände wie Bügelbrett und Wäscheständer zu Seite.
  • Sofern die Einbauküche mitverkauft werden soll, sollten alle Schränke und Schubladen in gutem Zustand sein. Speziell bei Backofen, Kühlschrank und Mikrowelle hat Sauberkeit oberste Priorität.
  • Sorg dafür, dass Strom- und Wasserzähler frei zugänglich sind.

Solltest du dir bzgl. der Einrichtung unsicher sein, hol dir unbedingt professionelle Hilfe. Mit Hilfe von Homestaging wird die Immobilie optisch aufgewertet und macht einen einladenden, wohnlichen Eindruck, was die Verkaufschancen erheblich steigert.

 

Außenbereich

  • Mähe vor der Besichtigung den Rasen und schneide die Hecken.
  • Fege ggf. Laub und beseitige Moos und Unkraut.
  • Prüfe, ob die Außenbeleuchtung funktioniert.
  • Pflanzkübel und Blumenkästen sollte in einem gepflegten Zustand sein.
  • Räume die Garage, den Schuppen und das Gartenhaus auf.
  • Der Eingangsbereich sollte einen sauberen, aufgeräumten und einladenden Eindruck machen.

 

2. Hausunterlagen vorbereiten

Um bei während der Besichtigung schnell und kompetent auf Fragen von Interessenten eingehen zu können, solltest du folgende Unterlagen gesichtet und bereit gelegt haben. Die wesentlichen Zahlen, Daten und Fakten solltest du allerdings am besten auswendig kennen, um unnötige Pausen während der Besichtigung zu vermeiden. 

  • Grundrisse
  • Wohnflächenberechnung
  • Lageplan
  • Energieausweis
  • Nebenkostenabrechnungen
  • Rechnungen von Renovierungsarbeiten

Bei Eigentumswohnungen benötigst du zusätzlich:

  • Die letzten Protokolle der Eigentümerversammlungen
  • Teilungserklärung

 

3. Auf typische Fragen vorbereiten

Du solltest dich unbedingt auf alle typischen Fragen vorbereiten und dir der Vorteile der Immobilie und der Umgebung bewusst sein. Dadurch stellst du zum einen sicher, dass der Interessent nicht mit offenen Fragen nach Hause geht, zum anderen kannst du bei Preisverhandlungen die passenden Argumente liefern.

Typische Fragen können sein:

  • Wer wohnt in der Nachbarschaft?
  • Wo ist der nächste Kindergarten und die nächste Schule?
  • Wo ist der nächste Supermarkt?
  • Wie gut ist die Busanbindung?
  • Bis wann hört man abends den Straßenverkehr?
  • Kann ich in der Umgebung mit meinem Hund spazieren gehen?
  • Kann man am Preis noch etwas machen?

 

Stell dich darauf ein, dass einige Interessenten bewusst kritische Fragen stellen, um den Kaufpreis zu drücken. Antworte höflich und lass dich auf keinen Fall aus der Ruhe bringen. In den meisten Fällen kann man diesen Interessenten mit gut vorbereiteten, kompetenten Antworten am besten den Wind aus den Segeln nehmen.

Lass dich auf keinen Fall noch während der Besichtigung auf Preisverhandlungen ein. Wenn der Interessent nach der Besichtigung am Kauf der Immobilie interessiert ist, kann er gerne ein Angebot unterbreiten. Erbitte dir in jedem Fall Bedenkzeit bzw. die Möglichkeit zur Rücksprache mit dem Eigentümer und lass dich nicht vorzeitig zu Entscheidungen drängen.

 

4. Den Besichtigungstermin planen

Bevor du einen Interessenten zu einem Besichtigungstermin einlädst, solltest du vorab in einem Telefonat einige Eckdaten abklappern. Frag ihn, was genau er sucht (Immobilienart, Lage, Ausstattung), wie lange er schon auf der Suche ist und ob er bereits eine Finanzierungsbestätigung seiner Bank vorliegen hat und diese zum Termin mitbringen kann. Es mag dir zunächst unangenehm sein, diese Fragen zu stellen. Mach dir aber bewusst, dass du jemand Fremdes zu dir nach Hause einlädst! Und nur durch ein Gespräch vorab kannst du versuchen herauszufinden, ob er wirkliches Interesse hat und ob er sich die Immobilie überhaupt leisten kann.

Du solltest in jedem Fall vermeiden, Interessenten einzuladen, die „nur mal schauen“ wollen. Das kostest dich nur eins: Zeit und Nerven. Weise auch darauf hin, dass alle Personen, die in das Haus einziehen möchten, bei den Termin anwesend sein sollten. Oma und Opa, die für Ihre Enkel schon einmal schauen möchten, ob das Haus ganz eventuell in Frage kommt, helfen weder dir noch den Enkeln, da Geschmäcker bekanntermaßen verschieden sind. 

Plane für den Besichtigungstermin ausreichend Zeit ein, für ein Einfamilienhaus sollte es ca. 1 Stunde sein. Anschließend kannst du den nächsten Interessenten einladen. Mach dir keine Gedanken, falls sich die beide begegnen, weil die erste Besichtigung etwas länger gedauert hat. Konkurrenz belebt das Geschäft!

 

5. Die Durchführung der Besichtigung

Der wohl wichtigste Tipp bei der Durchführung der Besichtigung lautet: Lass die Besichtigung alleine von einem Makler oder einer neutralen Person durchführen! Persönliche Geschichten und Hintergründe, mögen sie auch noch so schön sein, sind hier fehl am Platz. Der Interessent soll sich selbst mit der Immobilie identifizieren können und benötigt dazu einen möglichst neutralen Rahmen. Scheu dich als Makler nicht, dem Verkäufer mitzuteilen, dass er sich bei der Besichtigung am besten im Hintergrund hält. Denn Interessenten haben dem Makler gegenüber weniger Hemmungen, Fragen zu stellen oder Einwände zu äußern. Und es ist wichtig, diese zu kennen, um sie beantworten und ggf. entkräften zu können, damit der Interessent an dieser Stelle kein negatives Gefühl zurück behält.

Trotzdem ist es von Vorteil, wenn du dich als Verkäufer im Haus aufhälst und dich einfach nur diskret zurück ziehst. Sollten am Ende der Besichtigung noch Frage offen sein, die der Makler unter Umständen nicht beantworten kann, können die Interessenten nochmal auf dich zukommen.

Während der Besichtigung sollte explizit auf die Vorteile der Immobilie hingewiesen und positive Anmerkungen des Interessenten verstärkt werden. Dennoch darf man nicht vergessen, dass man verpflichtet ist, auf bekannte Mängel hinzuweisen.
Bei der Verabschiedung kannst du dem Interessenten gerne eine Kopie der wichtigsten Unterlagen überreichen. Biete ihm außerdem an, für Rückfragen telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung zu stehen.

 

Hast du noch weitere Tipp für eine erfolgreiche Immobilienbesichtigung? Teile sie gerne in den Kommentaren mit uns.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Verkauf!

Danica

 

 

 

Danica Volz

Ich bin Danica und helfe dir dabei,
deine Immobilie erfolgreich zu verkaufen. Außerdem bekommst du viele interessante Informationen aus dem Makleralltag und rund um die Themen Wohnen und Finanzen.

Newsletter

Als Quereinsteiger zum Immobilienmakler

Als Quereinsteiger zum Immobilienmakler

In wohl kaum einem anderen Beruf gibt es so viele Quereinsteiger, wie in dem des Immobilienmaklers. Grund ist vor allem die niedrige Einstiegsbarriere. Man benötigt einen PC und ein Smartphone mit Internetzugang, Visitenkarten, die Gewerbeerlaubnis nach §34c GewO, muss ein Gewerbe anmelden und schon kann es los gehen.

Das lockt viele schwarze Schafe an, die dem guten Ruf des Immobilienmaklers nicht unbedingt förderlich sind. Sie sehen das schnelle und vermeintlich leicht verdiente Geld und haben nicht den Anspruch, dem Kunden eine qualitativ hochwertige Beratung zu bieten. Aber kommt man langfristig damit durch? Und ist der Quereinstieg wirklich so leicht?

 

Mein eigenen Erfahrungen

Ich selbst habe meine ersten Berufserfahrungen im Backoffice eines kleinen Maklerbüros gesammelt. Trotz kaufmännischem Studium war ich branchenfremd und konnte so aus einer recht komfortablem Position heraus beobachten, ob die Immobilienbranche etwas für mich ist. Es folgten eine Trainee-Stelle im Bereich der Immobilienfinanzierung und anschließend der Schritt in die Selbstständigkeit als Immobilienberaterin. Berufsbegleitend habe ich viele Seminare besucht und ein Fernstudium zur Immobilienvermittlerin (IHK) abgeschlossen.

 

Welche Unterlagen benötigt man?

Grundsätzlich benötigt jeder, der als Immobilienmakler arbeiten möchte, eine Erlaubnis nach §34c der Gewerbeordnung. Hintergrund ist, dass der Gesetzgeber davon ausgeht, dass in diesem Tätigkeitsfeld ein besonderes Vertrauen notwendig ist. Zum einen, weil es bei Immobilien und Finanzen um sensible Themen geht, zum anderen weil zahlreiche damit verbundene rechtliche Bestimmungen eingehalten werden müssen. Für die Beantragung der Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO müssen daher insbesondere die persönliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse nachgewiesen werden.

Um als Makler tätig zu werden, kommt man nicht umher, sich eine gewisse Fachkompetenz anzueignen. Kenntnisse in Miet- und Vertragsrecht sowie in der Immobilienbewertung und -finanzierung sind genauso wichtig wie die Fähigkeit ein Grundbuch oder einen Kaufvertrag lesen und verstehen zu können. Die IHK sowie verschiedene Institute bieten dazu Lehrgänge und Zertifikate an. Bei der Wahl sollte man allerdings vorsichtig sein: Versprechen, in wenigen Tagen eine umfangreiche Ausbildung zu genießen sind genauso unseriös wie zweitägige Lehrgänge für mehrere Tausend Euro.

 

Fort- und Weiterbildung

Basis für eine langfristig erfolgreiche Tätigkeit als Immobilienmakler ist außerdem eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung. Allein in den vergangen Monaten gab es zahlreiche Gesetzesänderungen: die Pflicht zur Erstellung eines Energieausweises, das Widerrufsrecht bei Abschluss eines Vertrages (wozu auch der Maklervertrag zählt!) und die Umsetzung der EU-Richtlinie zu Wohnimmobilien-Krediten sind nur einige davon. Wer da nicht auf dem Laufenden bleibt, hat schnell mit unzufriedene Kunden, Provisionsverlust oder sogar einer Klage zu kämpfen. Doch auch einem gut ausgebildeten Makler können Fehler passieren. Zu seinem eigenen Schutz und zu dem seiner Kunden empfiehlt sich daher der Abschluss einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.

Ein Immobilienmakler muss außerdem den Markt vor Ort kennen: Welche Lagen sind bevorzugt, welche Immobilien sind derzeit zu welchen Preisen im Angebot und welche anderen Makler sind vor Ort erfolgreich? Wer in seiner Heimatstadt tätig werden möchte und den Immobilienmarkt bereits gut kennt, hat an dieser Stelle einen gewissen Heimvorteil und steht einem ausgebildeten Immobilienmakler vermutlich in nichts nach.

 

Weitere Anforderungen

Neben all den formellen Voraussetzungen und den fachlichen Anforderungen benötigt ein Immobilienmakler vor allem ein hohes Maß an Sozialkompetenz. Man sollte gerne mit Menschen zu tun haben, offen und kommunikativ sein und gut verhandeln und vermitteln können. Ein gutes Netzwerk ist gerade in der Immobilienbranche im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Mit dem Briefträger, der Friseurin und der netten Frau beim Bäcker hin und wieder ein paar Worte zu Wechseln ist nicht nur ein netter Zeitvertreib: Sie sprechen jeden Tag mit vielen Menschen und wissen genau wer wann warum sein Haus verkaufen möchte. Auch Sportvereine sind eine wunderbare Art Kontakte zu knüpfen und den ein oder anderen Tipp zu bekommen.

 

Fazit

Quereinsteigern sollte bewusst sein, dass der Beruf des Immobilienmaklers ein hohes Maß an Eigeninitiative, Disziplin, Dienstleitstungsbereitschaft und Feingefühl voraussetzt. Wer diese Eigenschaften mitbringt und bereit ist, sich das entsprechende Fachwissen anzueignen, kann auch als Quereinsteiger die Tätigkeit des Maklers mit viel Freude und Erfolg ausüben.

Danica

 

Danica Volz

Ich bin Danica und helfe dir dabei,
deine Immobilie erfolgreich zu verkaufen. Außerdem bekommst du viele interessante Informationen aus dem Makleralltag und rund um die Themen Wohnen und Finanzen.

Newsletter