Immobilienmakler/in werden - Der Erfolgsguide

Mar 28
Du möchtest Immobilienmakler/in werden, weißt aber einfach nicht, wie und wo du am besten starten sollst?

Genau so ging es mir, als ich vor über 10 Jahren als Immobilienmaklerin durchstarten wollte.

Um dir Schritt für Schritt zu zeigen, wie du erfolgreich Immobilienmakler/in werden kannst, habe ich dir alle wichtigen Grundlagen in diesem Erfolgsguide zusammengestellt.

Also, legen wir direkt los!

Wie kann ich Immobilienmakler/in werden?

Der Beruf des Immobilienmaklers interessiert viele Menschen und in wohl kaum einer anderen Branche gibt es so viele Quereinsteiger.

Grund ist vor allem die niedrige Einstiegsbarriere. Man benötigt einen PC und ein Smartphone mit Internetzugang, die Gewerbeerlaubnis nach §34c GewO, muss ein Gewerbe anmelden, einen Weiterbildungsnachweis vorlegen und schon kann es los gehen.

Hört sich zu schön an, um wahr zu sein? Zugegeben, es gehört schon etwas mehr dazu. Von Versprechen über Nacht zum erfolgreichen Immobilienmakler mit 6-stelligen Jahresumsätzen zu werden, halte ich genauso wenig wie von Quereinsteigern, die weder Erfahrung noch Lernbereitschaft mitbringen.

Also, worauf kommt es wirklich an und wie kann man Immobilienmakler/in werden?

Um diese Frage zu klären, schauen wir uns die folgenden Punkte etwas genauer an:
  • Diese Voraussetzungen solltest du als Immobilienmakler/in mitbringen
  • Smarte Ausstattung für deinen Start als Immobilienmakler/in
  • Geschäftsmodelle für Immobilienmakler
  • Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

1. Diese Voraussetzungen solltest du als Immobilienmakler/in mitbringen

Wenn du Immobilienmakler werden möchtest, solltest du genau wissen, welche fachlichen und persönlichen Anforderungen du unbedingt erfüllen musst.

a. Formelle Voraussetzungen

Grundsätzlich benötigt jeder, der als Immobilienmakler arbeiten möchte, eine Erlaubnis nach §34c der Gewerbeordnung. Hintergrund ist, dass der Gesetzgeber davon ausgeht, dass in diesem Tätigkeitsfeld ein besonderes Vertrauen notwendig ist. Zum einen, weil es bei Immobilien und Finanzen um sensible Themen geht, zum anderen, weil zahlreiche damit verbundene rechtliche Bestimmungen eingehalten werden müssen.

Für die Beantragung der Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO müssen daher insbesondere die persönliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse nachgewiesen werden.

Wenn du als Quereinsteiger starten möchtest, ist eine Fortbildung evtl. das richtige für dich. Bei der Wahl der Weiterbildung sollte man allerdings vorsichtig sein: Versprechen, in wenigen Tagen eine umfangreiche Ausbildung zu genießen sind genauso unseriös wie zweitägige Lehrgänge für mehrere tausend Euro.

b. Persönliche Voraussetzungen

Neben all den formellen Voraussetzungen und den fachlichen Anforderungen benötigt ein Immobilienmakler vor allem ein hohes Maß an Selbstbewusstsein und ein gewisses Verkaufstalent. Man sollte gerne mit Menschen zu tun haben, offen und kommunikativ sein und gut verhandeln und vermitteln können.

Natürlich solltest du dich außerdem auf jeden Fall für Immobilien interessieren. Denn sonst wirst du langfristig keine Freude und auch keinen Erfolg haben.
Ein gutes Netzwerk ist gerade in der Immobilienbranche im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert.

Mit dem Briefträger, der Friseurin und der netten Frau beim Bäcker hin und wieder ein paar Worte zu Wechseln ist nicht nur ein netter Zeitvertreib: Sie sprechen jeden Tag mit vielen Menschen und wissen genau wer wann warum sein Haus verkaufen möchte. Auch Sportvereine sind eine wunderbare Art Kontakte zu knüpfen und den ein oder anderen Tipp zu bekommen.

2. Smarte Ausstattung für deinen Start als Immobilienmakler/in

"Was brauche ich, um Immobilienmakler/in zu werden?“
Da ich diese Frage häufig gestellt bekomme, habe ich dir eine Checkliste mit den wichtigsten Must-Haves zusammengestellt.

1. Dein Branding

Sobald du dich nach außen präsentierst, solltest du dich auf einen Namen und ein Branding (Name, Farben, Logo) für dein Unternehmen festgelegt haben.
Der Name kann beispielsweise dein Nachname (XY Immobilien) oder ein Markenname sein. Im Idealfall ist für einen Außenstehenden sofort klar, worum es bei dir geht. Dafür kannst du auch einen Untertitel oder Slogan nutzen (z.B. „Immobilienvermittlung“ oder „Bewertung, Verkauf, Vermietung“).

Dein Logo kannst du zunächst einfach mit kostenlosen Tools im Internet selbst erstellen. Dort gibt es tolle Vorlagen, von denen du dich inspirieren lassen kannst. Ganz wichtig: Verliere dich nicht im Perfektionismus. Für den Moment ist es wichtig eine solide Basis zu haben, mit der du starten kannst, für den Feinschliff ist später immer noch Zeit.

2. Smartphone, PC und Kamera

Ein Handy besitzt heutzutage wohl so gut wie jeder. Überlege dir aber genau, ob du dein privates Handy auch beruflich nutzen möchtest oder dafür ein separates anschaffen willst. Beides hat Vor- und Nachteile und hängt von deinen Präferenzen ab.

Auch um einen PC wirst du nicht herumkommen. Bildbearbeitung, Exposéerstellung und Portalpflege funktioniert übergangsweise zwar auch am Smartphone, ist am PC aber deutlich komfortabler und professioneller.
Außerdem solltest du unbedingt in eine gute Kamera investieren. Auch wenn viele Smartphonekameras heutzutage unglaublich gute Qualität liefern, ist der Weitwinkel, den du für repräsentative Immobilienfotos benötigst, nicht zu ersetzen.

3. Büro bzw. Arbeitsplatz

Auch wenn du viele Außentermine wahrnehmen wirst, benötigst du unbedingt ein Büro. Es wird dir zum einen als Arbeitsplatz dienen und als Lager für deine Technik sowie all deine Materialien (Visitenkarten, Exposés, Flyer etc.) dienen, zum anderen wird es immer wieder dazu kommen, dass du dort auch Kundentermine wahrnimmst.
Im Idealfall sollte es gut erreichbar sein, Parkmöglichkeiten bieten, aufgeräumt und gepflegt sein. Wenn du zu Hause die Möglichkeit hast, ein separates Büro einzurichten, ist das für den Start auch vollkommen in Ordnung. Professioneller wirkt langfristig aber natürlich ein „richtiges" Büro.

4. Ein Auto

Auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt mit Sicherheit Gebiete in Großstädten, wo man als Makler lieber auf Straßenbahn, Roller oder Fahrrad zurückgreift. Doch in der Regel solltest du dir ein Auto zulegen, mit dem du Außentermine wahrnehmen kannst.

Dabei hast du verschiedene Möglichkeiten: Du kannst es zum Beispiel kaufen oder leasen. Sprich am besten mit deinem Steuerberater, was für dich am sinnvollsten ist. Ich bin der Meinung, dass auch die Wahl des Autos gut durchdacht sein sollte. Auf eine alte Klapperkiste solltest du besser verzichten, zu teuer sollte es aber auch nicht sein. Für den Start bewegst du dich am besten im gesunden Mittelfeld.

5. Homepage / Social Media

Heutzutage kommst du nicht drum herum, dich und dein Unternehmen digital zu präsentieren. Ich empfehle dir auf jeden Fall eine eigene Homepage zu erstellen, auf der Kunden Informationen zu dir und zu deinem Unternehmen finden können. Auf jeden Fall solltest du ein Profil auf den gängigen Social Media Plattformen anlegen und regelmäßig pflegen.

6. Maklersoftware

Auch wenn du damit deine laufenden Fixkosten erhöhst, würde ich dir wirklich empfehlen, von Anfang an eine professionelle Maklersoftware zu nutzen.

Sie unterstützt dich in deinem kompletten Berufsalltag und erleichtert dir fast alle Schritte im gesamten Vertriebsprozess. Von der Exposéerstellung, über ein übersichtliches Kundendatenmanagement bis hin zur Rechnungserstellung ist in der Regel alles abgedeckt.

Viele Anbieter ermöglichen inzwischen eine kostenlose Testphase. Schau einfach, welche Software am besten zu dir und deinen Ansprüchen passt und triff dann eine Entscheidung.

7. Immobilienportale

Um Immobilien zu verkaufen, musst du sie selbstverständlich nach außen präsentieren. Die gängigen Immobilienportale sind neben klassischen Zeitungsanzeigen ein guter Weg dafür.

Wenn du gerade am Anfang stehst, ist es evtl. nicht nötig, direkt ein teures Paket abzuschließen, sondern erstmal einzelne Kontingente zu buchen. Sobald dein Bestand größer wird, macht es dann mit Sicherheit mehr Sinn, umzusteigen.

Ich handhabe es gerne so, dass ich nicht unbedingt immer zeitgleich alle Immobilien online bewerbe, sondern sie goutieren lasse. Das hat zum einen den großen Vorteil, nur ein kleineres Paket buchen zu müssen. Zum anderen bietet sich dadurch die Möglichkeit, die Immobilien, die aktuell nicht beworben werden, zu überarbeiten (neue Fotos, Texte usw.) und anschließend wieder "frisch" freizuschalten.

8. Versicherungen

Immer, wenn es um Vermögenswerte und Finanzen geht, sollten Versicherungen nicht fehlen. Ganz oben auf deiner Liste sollte in dem Fall eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung stehen. Lass dich am besten beraten und dir ein individuelles Angebot erstellen.

9. Steuerberater

Als Immobilienmakler hast du kein konstantes Einkommen, sondern häufig starke Schwankungen.
Damit du den Überblick nicht verlierst und keine bösen Überraschungen erlebst, empfehle ich dir, am besten noch vor deinem Start als Immobilienmakler den Kontakt zu einem Steuerberater zu suchen.

Das sind meiner Meinung nach die absolutes Musst-Haves, wenn du Immobilienmakler/in werden möchtest. Natürlich ist auch hier noch Luft nach oben. Langfristig sollten außerdem eine 360° Kamera, ein Feuchtigkeitsgehalt- und Abstandsmessgerät sowie eine Assistenz für dein Büro zu deiner Ausstattung zählen.

3. Geschäftsmodelle für Immobilienmakler

Du hast die Möglichkeit, dich als Immobilienmakler komplett alleine selbstständig zu machen, bei einem Franchiseanbieter als Makler einzusteigen (i.d.R. als freier Handelsvertreter) oder auch eine Position im Angestelltenverhältnis einzugehen. Alle haben Vor- und Nachteile, was das Risiko, die Verdienstmöglichkeiten und auch die Optionen zur Selbstverwirklichung angeht. Schau darum unbedingt, was zu dir am besten passt! 

1. Selbstständigkeit
  • VORTEILE
  • NACHTEILE
  • Volle Provision
  • Hohes Risiko
  • Maximale Freiheit
  • Hohe Kosten

2. Handelsvertreter
  • VORTEILE
  • NACHTEILE
  • Anteilige Provision
  • Höheres Risiko
  • Backoffice usw. zur Verfügung
  • Wenig Handlungsspielraum

3. Angestellter Makler
  • VORTEILE
  • NACHTEILE
  • Fixgehalt
  • Keine Gestaltungsfreiheit 
  • Keine Kosten
  • Keine Provision bei Erfolg

4. Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Immobilienmakler sind dazu inzwischen gesetzlich dazu verpflichtet sich weiterzubilden. Nach § 34c GewO i.V.m. § 15b MaBV müssen sie 20 Stunden innerhalb von 3 Jahren nachweisen können.

Doch unabhängig von der Verpflichtung: Eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung ist die absolute Basis für eine langfristig erfolgreiche Tätigkeit als Immobilienmakler/in. Allein in den vergangenen Monaten gab es zahlreiche Gesetzesänderungen: die Pflicht zur Erstellung eines Energieausweises, das Widerrufsrecht bei Abschluss eines Vertrages (wozu auch der Maklervertrag zählt!) und die Umsetzung der EU-Richtlinie zu Wohnimmobilien-Krediten sind nur einige davon.

Wer da nicht auf dem Laufenden bleibt, hat schnell mit unzufriedenen Kunden, Provisionsverlust oder sogar einer Klage zu kämpfen. Doch auch einem gut ausgebildeten Makler können Fehler passieren. Zu seinem eigenen Schutz und zu dem seiner Kunden empfiehlt sich daher der Abschluss einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.

Ein Immobilienmakler muss außerdem den Markt vor Ort kennen: Welche Lagen sind bevorzugt, welche Immobilien sind derzeit zu welchen Preisen im Angebot und welche anderen Makler sind vor Ort erfolgreich? Wer in seiner Heimatstadt tätig werden möchte und den Immobilienmarkt bereits gut kennt, hat an dieser Stelle einen gewissen Heimvorteil und steht einem ausgebildeten Immobilienmakler vermutlich in nichts nach.

5. Meine eigenen Erfahrungen

Ich selbst habe meine ersten Berufserfahrungen im Backoffice eines kleinen Maklerbüros gesammelt. Trotz kaufmännischem Studium war ich branchenfremd und konnte so aus einer recht komfortablen Position heraus bewerten, ob die Immobilienbranche etwas für mich ist.

Es folgten eine Trainee-Stelle im Bereich Baufinanzierung und anschließend der Schritt in die Selbstständigkeit als Immobilienberaterin. Berufsbegleitend habe ich viele Seminare besucht und ein Fernstudium zur Immobilienvermittlerin (IHK) abgeschlossen.

Ich muss zugeben, dass mich ein kompletter Quereinstig bestimmt etwas überfordert hätte. Denn der Beruf ist fachlich deutlich anspruchsvoller als viele vermuten. Darum rate ich dir auf jeden Fall dir entsprechendes Fachwissen anzueignen, damit du kompetent und selbstbewusst auftreten kannst. Vielleicht hast du auch die Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren, um zumindest schon mal in den Beruf reinzuschnuppern.

Fazit

Wenn du Immobilienmakler/in werden möchtest, sollte dir bewusst sein, dass der Beruf ein hohes Maß an Eigeninitiative, Disziplin, Dienstleistungsbereitschaft und Feingefühl voraussetzt. Wer diese Eigenschaften mitbringt und bereit ist, sich das entsprechende Fachwissen anzueignen, hat sehr gute Chancen erfolgreich als Immobilienmakler/in durchzustarten.

Möchtest du auch Immobilienmakler/in werden oder spielst zumindest mit dem Gedanken?

Danica
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